ALTER-nativ Wohnen: In Winterberg öffnet die erste Wohngemeinschaft für demenziell veränderte Menschen im Sauerland
Die ersten Bewohner sind eingezogen, so langsam kommt Leben in die Räume der Wohngemeinschaft „Tante Röschen“. Das denkmalgeschützte Haus mitten im Winterberger Stadtkern ist die erste Wohngemeinschaft für demenziell veränderte Menschen im Sauerland, wahrscheinlich sogar in Südwestfalen.
Gemeinsam leben, lachen, glücklich und auch mal traurig sein – das Zusammenleben unterscheidet sich im Prinzip wenig von anderen Wohngemeinschaften. Die Wohnform, in der Menschen mit Behinderungen, alte oder psychisch kranke Menschen vielerorts seit Jahren erfolgreich betreut werden, ist für Demenzbetroffene ungewöhnlich – zumindest noch.
Trotz aller Innovation: „Tante Röschen“ ist kein Experiment, sondern in der Praxis bewährtes Modell. Erste Wohngemeinschaften dieser Art sind in den 90er Jahren in Berlin entstanden. Inzwischen gibt es sie vereinzelt auch im Ruhrgebiet. Die Erfahrung zeigt: Diese Wohn- und Betreuungsform kommt den Bedürfnissen der Bewohner entgegen. Sie fördert die Selbstständigkeit und den Erhalt alltäglicher Fähigkeiten. Kochen, einkaufen, waschen – alle diese Tätigkeiten erledigen die Bewohner selbst. Wo es notwendig ist, greifen Pflegekräfte helfend mit ein. Rund um die Uhr ist professionell geschultes Personal vor Ort und im Notfall sofort zur Stelle. Dennoch ist das WG-Leben mit regulären Leistungen des Sozialsystems zu finanzieren. Manchmal sogar leichter als ein Heimaufenthalt.
Es gibt keine allzu starren Regeln. So dürfen Langschläfer zum Beispiel auch mal später aufstehen. Die Menschen können Privatheit und Individualität weitgehend ausleben, ähnlich wie in einer Familie. Alles in allem scheinen die Bewohner und Pflegekräfte zufriedener und glücklicher zu sein, reduziert diese Art des Zusammenlebens doch nachweislich Psychopharmakagaben und das „ausbrennen“ der Pflegekräfte.
Um den Bewohnern eine seniorengerechte Umgebung zu bieten, wurde das Haus in der Bahnhofstraße 2 eigens für diese Zwecke umgebaut. Die zwei Wohngemeinschaften stellen auf insgesamt rund 600 Quadratmetern Wohnfläche acht beziehungsweise neun private Einzelzimmer bereit, von denen derzeit bereits sieben vermietet sind. Wohnzimmer, Küche, Esszimmer, Bad, Terrasse und Garten – alles ist wohnlich und familiär, ganz wie es die Bewohner aus ihrem bisherigen Leben kennen. Mitten in der Stadt ist der Gang zum nächsten Geschäft, zu Arzt, Apotheke und vielem mehr nicht weit.
Während bei der stationären Versorgung der Heimträger alle Leistungen aus einer Hand erbringt, sind bei der ambulant betreuten Wohngemeinschaft Pflegedienst und Vermieter getrennt. Dies schreiben die Landesgesetze so vor, da sonst die WG dem Heimgesetz unterliegen würde. Jeder Mieter schließt, vertreten durch Angehörige oder gesetzliche Betreuer, einen Einzelmietvertrag mit dem Vermieter ab. Dieser Umstand eröffnet den Mietern und ihren Angehörigen umfangreiche Mitbestimmungsrechte. Die Mieter beauftragen als Auftraggebergemeinschaft alle Dienstleistungen einschließlich Pflege, die die betroffenen Mieter in der WG benötigen. Dabei wählen sie aus, was ihnen am besten oder günstigsten erscheint.
Rund ein Drittel der 80- bis 90jährigen ist heute schon von Demenz betroffen. Studien rechnen bis 2030 bundesweit mit rund 2,5 Millionen Betroffenen. Dieser Trend gilt auch für das Sauerland. Umso wichtiger sind alternative Wohn- und Betreuungsformen. „Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, deren Auswirkungen heute noch gar nicht spürbar sind“, warnt der CDU Landtagsabgeordnete Hubert Kleff. „Jetzt haben wir noch Zeit, nach Lösungen zu suchen und uns um erfolgreiche Alternativen zu kümmern.“
„Es ist eine Verpflichtung unserer Gesellschaft, würdige Betreuungsangebote für Mitmenschen bereitzuhalten, die nicht mehr in der Lage sind, ihr Leben allein zu gestalten,“ begrüßt auch Winterbergs Bürgermeister, Werner Eickler, die Wohngemeinschaft „Tante Röschen“. „Es passt sehr gut zu den strategischen Zielen unserer Stadt und unterstützt den aktiv aufgenommen und von den Bürgerinnen und Bürgern mitgestalteten Prozess des demographischen Wandels hier vor Ort in Winterberg.“
Betreiber der Wohngemeinschaft ist die ALTER-nativ Wohnen (ANW). Noch sind nicht alle Plätze belegt, doch der Grundstein ist gelegt. „Da diese Wohnform im Sauerland noch neu ist, ist dies schon ein erfolgreicher Anfang“, so ANW-Geschäftsführer Dirk Bohlmann. „Hier müssen wir noch viel Aufklärung leisten. Doch der Erfolg wird sich schnell herumsprechen und die Weichen für eine Weiterentwicklung stellen.“
Kontakt:
ALTER-nativ Wohnen GmbH & Co KG
Ackerstraße 2
45897 Gelsenkirchen
www.anw-alternativ-wohnen.de
info@anw-alternativ-wohnen.de
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REDAKTIONSBÜRO
susanne schulten
Telefon 02904 1039
Mobil: 0170 230 70 49
presse@winterberg.de
Gemeinsam leben, lachen, glücklich und auch mal traurig sein – das Zusammenleben unterscheidet sich im Prinzip wenig von anderen Wohngemeinschaften. Die Wohnform, in der Menschen mit Behinderungen, alte oder psychisch kranke Menschen vielerorts seit Jahren erfolgreich betreut werden, ist für Demenzbetroffene ungewöhnlich – zumindest noch.
Trotz aller Innovation: „Tante Röschen“ ist kein Experiment, sondern in der Praxis bewährtes Modell. Erste Wohngemeinschaften dieser Art sind in den 90er Jahren in Berlin entstanden. Inzwischen gibt es sie vereinzelt auch im Ruhrgebiet. Die Erfahrung zeigt: Diese Wohn- und Betreuungsform kommt den Bedürfnissen der Bewohner entgegen. Sie fördert die Selbstständigkeit und den Erhalt alltäglicher Fähigkeiten. Kochen, einkaufen, waschen – alle diese Tätigkeiten erledigen die Bewohner selbst. Wo es notwendig ist, greifen Pflegekräfte helfend mit ein. Rund um die Uhr ist professionell geschultes Personal vor Ort und im Notfall sofort zur Stelle. Dennoch ist das WG-Leben mit regulären Leistungen des Sozialsystems zu finanzieren. Manchmal sogar leichter als ein Heimaufenthalt.
Es gibt keine allzu starren Regeln. So dürfen Langschläfer zum Beispiel auch mal später aufstehen. Die Menschen können Privatheit und Individualität weitgehend ausleben, ähnlich wie in einer Familie. Alles in allem scheinen die Bewohner und Pflegekräfte zufriedener und glücklicher zu sein, reduziert diese Art des Zusammenlebens doch nachweislich Psychopharmakagaben und das „ausbrennen“ der Pflegekräfte.
Um den Bewohnern eine seniorengerechte Umgebung zu bieten, wurde das Haus in der Bahnhofstraße 2 eigens für diese Zwecke umgebaut. Die zwei Wohngemeinschaften stellen auf insgesamt rund 600 Quadratmetern Wohnfläche acht beziehungsweise neun private Einzelzimmer bereit, von denen derzeit bereits sieben vermietet sind. Wohnzimmer, Küche, Esszimmer, Bad, Terrasse und Garten – alles ist wohnlich und familiär, ganz wie es die Bewohner aus ihrem bisherigen Leben kennen. Mitten in der Stadt ist der Gang zum nächsten Geschäft, zu Arzt, Apotheke und vielem mehr nicht weit.
Während bei der stationären Versorgung der Heimträger alle Leistungen aus einer Hand erbringt, sind bei der ambulant betreuten Wohngemeinschaft Pflegedienst und Vermieter getrennt. Dies schreiben die Landesgesetze so vor, da sonst die WG dem Heimgesetz unterliegen würde. Jeder Mieter schließt, vertreten durch Angehörige oder gesetzliche Betreuer, einen Einzelmietvertrag mit dem Vermieter ab. Dieser Umstand eröffnet den Mietern und ihren Angehörigen umfangreiche Mitbestimmungsrechte. Die Mieter beauftragen als Auftraggebergemeinschaft alle Dienstleistungen einschließlich Pflege, die die betroffenen Mieter in der WG benötigen. Dabei wählen sie aus, was ihnen am besten oder günstigsten erscheint.
Rund ein Drittel der 80- bis 90jährigen ist heute schon von Demenz betroffen. Studien rechnen bis 2030 bundesweit mit rund 2,5 Millionen Betroffenen. Dieser Trend gilt auch für das Sauerland. Umso wichtiger sind alternative Wohn- und Betreuungsformen. „Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, deren Auswirkungen heute noch gar nicht spürbar sind“, warnt der CDU Landtagsabgeordnete Hubert Kleff. „Jetzt haben wir noch Zeit, nach Lösungen zu suchen und uns um erfolgreiche Alternativen zu kümmern.“
„Es ist eine Verpflichtung unserer Gesellschaft, würdige Betreuungsangebote für Mitmenschen bereitzuhalten, die nicht mehr in der Lage sind, ihr Leben allein zu gestalten,“ begrüßt auch Winterbergs Bürgermeister, Werner Eickler, die Wohngemeinschaft „Tante Röschen“. „Es passt sehr gut zu den strategischen Zielen unserer Stadt und unterstützt den aktiv aufgenommen und von den Bürgerinnen und Bürgern mitgestalteten Prozess des demographischen Wandels hier vor Ort in Winterberg.“
Betreiber der Wohngemeinschaft ist die ALTER-nativ Wohnen (ANW). Noch sind nicht alle Plätze belegt, doch der Grundstein ist gelegt. „Da diese Wohnform im Sauerland noch neu ist, ist dies schon ein erfolgreicher Anfang“, so ANW-Geschäftsführer Dirk Bohlmann. „Hier müssen wir noch viel Aufklärung leisten. Doch der Erfolg wird sich schnell herumsprechen und die Weichen für eine Weiterentwicklung stellen.“
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ALTER-nativ Wohnen GmbH & Co KG
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